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Anlass: Cup-Finale, Koordinaten: in the middle of nowhere
Donnerstag, 27.08.2009 Ich habe gestern einen Flug für Tom gebucht, der mich weiterhin tatkräftig unterstützt. Leider wird er noch bis zum heutigen Abend mit einer 15 kg Mütze auf dem Kopf für das Berliner Action Team ‚LEON‘ den SEKler (oder war es ein LKA Einsatz...?) vor der Kamera mimen. Es ist der letzte Drehtag und das Team konnte leider nicht auf Tom verzichten. Ich mache mich also einsam und allein auf den Weg auf die Binz. Die 650 km mit dem Wohnwagen am Heck werden mich wohl gute 7-8 Stunden kosten. Mit reichlich Reiseproviant (Cola, Gummibärchen und Chips) sitze ich das auf einer Arschbacke ab...
17.30 sharp – Ankunft! Wir müssen noch ein halbes Stündchen warten bis man uns auf das Gelände lässt. Ich verbringe die Zeit mit Volker Tack bei einem Schwätzchen. Wird es einen T-Cup 2010 geben, werden wir Gerti kennen lernen? Wir werden sehen...
Beim Aufbau unseres Lagers die erste Überraschung. Um an Strom zu kommen müssen wir 3 Kabeltrommeln aneinander reihen um die gut 120 m zum Stromkasten zu überwinden. Na das kann ja heiter werden. Zu unserer kleinen Ansammlung von Fahrern aus dem Cup gehören bereits 6 Motorräder, die am Folgetag warme Füße brauchen. Kurzer Hand planen wir eine zweite ‚Ader‘ zu der hier begehrten Mangelware Strom zu verlegen.
Die Papierabnahme habe ich dann noch hinbekommen, für die technische war ich aber bereits zu spät. ‚Kommse morgen wieder junger Mann, heute steht schon das Feierabendbier auf dem Tisch‘. Etwas vergnatzt kehre ich mit der Streety zu unserem Lager zurück.
Derweil war Andrea so lieb uns Futter vom Chinesen zu besorgen, was ich dankbar in mich hinein stopfe.
Freitag, 28.08.2009 07.00 Uhr Der Wecker klingelt, das Haar oder das was davon noch übrig ist sitzt sch..., Wasser für den Kaffee ist noch keines da. Ich mache mich auf den Weg zur nächsten Wasserstelle und fülle Wassertank und –kocher auf. Nach dem ersten Heißgetränk fühle ich mich etwas wohler. Auf meinem Weg sind mir bereits einige Cupies begegnet. Sorry Jungs wenn ich noch etwas ‚blind‘ war. Hier also mein Gruß an Euch, den ich an diesem Morgen sicherlich vergessen oder nicht erwidert habe.
08.00 Uhr Es wird hektisch im Fahrerlager, denn nun ist auch die Schar an Holländer erwacht, die auf der Binz Ihren Ducati Dealer Cup (nee, nix Haschisch, die fahren italienische Motorräder!) austragen. Motoren werden angeworfen (oder auch erst eingebaut), die Reifenhändler bekommen Arbeit und der Streckensprecher begrüßt uns über das Mikrofon. Der Flughafen Dahlemer Binz ist bereit für den Tag.
Unser FREIES TRAINING findet im Trockenen statt. Gut so, kann ich mir die Strecke also erst einmal in Ruhe ansehen. Der Asphalt gript gar fürchterlich, so wie es auf Flugplätzen allgemein üblich ist. Der Streckenverlauf ist jedoch arg gewöhnungsbedürftig.
Die Einfahrt auf die Strecke erfolgt am Anfang des ‚Taxiways‘, ca. 300 m geradeaus dann folgt die erste Schikane, die man sich offensichtlich vom ‚Elchtest‘ der Automobillobby abgeguckt hat. Nach weiteren 400 m die erste 180 Grad rechts, die sich aufgrund der folgenden Schikane jedoch wie 200 Grad fährt. Die Schikane wird fast ungebremst von rechts ‚angeflogen‘ und führt uns 30 m weiter zum linken Streckenrand der Startbahn 24 (die Einzigste Startbahn am Platz!), die nächste Schikane muss ich hart anbremsen und führt uns in umgekehrter Folge zum rechten Streckenrand. Bis zur zweiten und letzen 180 Grad Kurve auf diesem Kurs (die Fahrerlagerkurve!) sind es dann weitere 250 bis 300 m und dann sind wir wieder an der Einfahrt. Der ‚Bemalung‘ auf der Strecke entnehme ich, dass Start und Ziel hinter der ‚Elch-Schikane‘ erfolgen. Gut, weiß ich also erst einmal wo es lang geht. Fahren tut sich das Ganze schon arg brutal. Die Schikanen und Kurven versprechen Körperkontakt und Dezimierung der Fahrer, was sich in den Rennen am Folgetag noch bestätigen sollte.
ERSTES ZEITTRAINING Es regnet bzw. es hat geregnet und die Strecke ist trotzt starkem Wind und Sonnenschein komplett nass. Den Zweitaktern ist es nicht gelungen eine trockene Linie für uns zu ‚legen‘.
Hektisches Treiben im Fahrerlager. Bis auf einige wenige rüsten wir auf Regenreifen um. Ich finde erstaunlich schnell meinen Rhythmus und komme gut durch den Kurs. Robby Hielscher (#60) ist für mehrere Runden mein ‚Kringelguide‘. Ich finde sogar die ein oder andere Stelle an der ich mich durchaus an ihm hätte vorbeidrücken können, entscheide jedoch hinter ihm zu bleiben und mich an seiner Linie zu orientieren. Schnell genug sollte ich so oder so sein, was sich nachher auch bestätigt. Startplatz 10 ist das vorläufige Ergebnis für mich.
Zurück im Fahrerlager erwartet mich der erste Schreck des Tages. Renn-Kumpel Klaus ‚the rainman‘ steht am Pavillon mit seiner Triple, die sich der beiden, vorderen Bremssättel entledigt hat. Darüber hinaus hat der ungebremste Ritt durch eine Schikane sein komplettes Vorderrad ruiniert.
Was passiert ist? Nun, Klaus hatte nach dem Wechsel auf Regenreifen vergessen die Schrauben der Bremssättel anzuziehen, die nunmehr nur per Hand angesetzt waren. Alle vier Schrauben haben sich dann in die Freiheit geflüchtet und Klaus seinem Schicksal zugeführt. Wieder einmal hatte ein Engel seine schützende Hand über einen Rennfahrer gelegt. Nicht auszudenken wenn das an einer Stelle passiert wäre, die Klaus nicht mehr ausreichend Auslauf geboten hätte. Dieselbe Aktion am Ende der Gegengeraden und seine Triple hätte Bowling im Fahrerlager gespielt...
ZWEITES ZEITTRAINING Es ist wieder trocken und die Sonne scheint. Typisch Eifel halt. Jetzt wird es sich zeigen ob ich die erlernte Linie halten kann.
Teil 1 der Strecke funktioniert schon einmal hervorragend. Mit der zweiten Schikane auf der Gegengeraden habe ich aber so meine Probleme. Zweimal hintereinander fehlt mir hinter meinem vermeintlichen Bremspunkt der Schneid die Triple nach rechts umzulegen. Ich ballere also jedes Mal gerade durch die Schikane, die glücklicher Weise nur durch ein paar Strohballen begrenzt ist. Daher wundere ich mich auch nach einer weiteren Runde nicht, dass man mir die schwarze Flagge zeigt und mich hiermit aus dem Kurs verweist.
Franky Hoffmann und ein Rennkommissar empfangen mich an der Ausfahrt. Zu meiner großen Verwunderung sind jedoch nicht die genommenen ‚Abkürzungen‘ Anlass meines temporären Ausschlusses sondern ich soll mächtig Öl auf der Strecke gelassen haben. Frank und ich prüfen die Triple, können aber partout weder Leck noch sonstige Anzeichen für eine Inkontinenz entdecken. In diesem Augenblick taucht Pierre Kain (#39) mit einer übel riechenden und qualmenden Triple neben mir auf. Das komplette Heck und der Hinterreifen sind mit einem Ejakulat aus Wasser und Öl überzogen. Das sieht leider kapital aus.
Ich werde wieder auf die Strecke entlassen, finde jedoch keinen rechten Rhythmus mehr. Erst als Wolff Walper (#6) vor mir auftaucht wird das Ganze etwas fixer. Ich kann mich an einer der Kurven an ihm vorbeibremsen und tanze ihm dann eine Weile auf/vor der Nase herum .
Etwas überengagiert in der Linienwahl wird mir bzw. meiner rechten Fußrastenanlage in der ersten Schikane auf der Gegengeraden die Begrenzungspylone zum Verhängnis. Die Triple wird ob des ungewollten Kontaktes ruckartig aufgerichtet was eine Richtungsänderung zur Folge hat, die ich leider nicht mehr zu korrigieren vermochte. Also Endurohaltung und ab in die Wiese, die zum Glück ausreichend Platz für mich bzw. für uns bot.
Etwas verwundert stelle ich fest, dass auch Wolff meiner Linie gefolgt ist, aber erst der Anblick des auf dem Asphalt vorbeifahrende Thomas Diehl (#11) macht mir klar, dass ich wohl die halbe Schikane zerlegt haben muss. Bei Thomas‘ Triple steckt zwischen Fußrastenanlage, Bugspoiler und Asphalt eine Pylone, die von Meter zu Meter kleiner wird um sich dann von der ‚Mitfahrgelegenheit‘ im hohen Bogen zu verabschieden. Wolff und ich kehren auf Asphalt zurück. Wir entscheiden uns jedoch nicht weiterzufahren sondern verlassen die Strecke um etwaige Schäden begutachten zu können. Ein erster Blick nach unten erklärt die ungewöhnliche Position meiner rechten Fußraste, dessen Halterung als Klügere wieder einmal nachgegeben hat. Auf dem Weg zu meinem Domizil lege ich ein Zwischenstopp bei Franzens ein und bestelle schon mal die benötigten Ersatzteile.
Ergebnis des zweiten Zeittrainings: Meine schnellste Runde gerade mal eine Sekunde schneller als zuvor auf nasser Strecke. Ich starte somit aus der vierten Reihe von Platz 15.
Spät am Abend hole ich meine Perle, Tom und seine Perle Carola vom Flughafen Köln/Bonn ab. Morgen habe ich also wieder tatkräftige Unterstützung.
Samstag, 29.08.2009 Es weht ein eiskalter Wind über die Binz. Die Eifel zeigt sich in ihrer vollen Pracht, aber es ist trocken und so soll es auch für den Rest des Tages bleiben.
WARMUP Bin ich bei der Einfahrt auf den Kringel noch reichlich neben der Spur, so erwecken Runde für Runde wieder meine Lebensgeister. Ich bin es heute bewusst langsam angegangen und versuche noch ein paar alternative Linien.
Insbesondere in der Fahrerlagerkurve habe ich den schnellen Fahrern die verschiedenen Wege abgeguckt. Die Herren Gaststarter Dirk Schnieders und Michael ‚Bundy‘ Roth entscheiden sich jeweils für eine sehr enge Linie, die das Überholen in dieser Kurve nahezu unmöglich macht wäre man denn überhaupt in der Lage den Beiden auf den Pelz zu rücken. Unser Cup-Primus Christoph Hellmich fährt mal eng mal weit, aber immer schnell. Mo Hoffmann fährt bzw. ‚rutscht‘ in Sumo-Manier in beide Kurven. Das sieht nicht nur spektakulär aus sondern ist auch noch übelst fix. Ich denke aber, dass es mir in diesem Leben nicht mehr vergönnt sein wird diesen Fahrstil zu kopieren. Mein Plan für diesen Teil der Strecke und für das Rennen steht jedoch fest: Ich fahr da lang, wo man mich lässt .
DAS NEUNTE RENNEN Kurz bevor es los gehen soll interviewe ich Franky Hoffmann noch einmal ob der Eigenarten bzw. Gewohnheiten auf der Binz zu Einführungsrunden, Startaufstellung etc. Franky scheint aber etwas genervt zu sein und beginnt seine Antwort mit ‚Ich bin hier doch nicht der Rennleiter‘, erklärt mir dann jedoch noch wie das normaler Weise Usus hier bzw. auf den Rennstrecken ist.
Die Anzahl der Einführungsrunden wird grundsätzlich in der Startaufstellung auf einer Tafel angezeigt, desselben gilt für die letzten beiden Runden eines Rennens. Nun denn, peinlich genug hab ich das bis heute nicht so recht registriert oder immer wieder verworfen. Mein Adrenalin Spiegel vor dem Start belegt nach wie vor sämtliche Ressourcen und lässt keinen Platz für zusätzliche Informationen. Mangels einer Fahrerbesprechung fehlte mir jedweder Input im Vorfeld. Glücklicher Weise war ich jedoch nicht der Einzige, der mit derartigen Informationsdefiziten zu kämpfen hatte.
Wir fahren auf die Strecke. Die Startaufstellung ist übersichtlich am Streckenrand dargestellt und ich finde mein Plätzchen auf Anhieb. Ich stehe in einer Reihe mit Wolff Walper (#6), Thomas Diehl (#11) und Stefan Wusowski (#65). Da am Vortag die Bremspumpe des Hinterrades seine Arbeit eingestellt hatte war Startmuster ‚Ulli Bonsels‘ heute leider nicht drin. Ein kleines Handicap was meine miserable Starterqualität zusätzlich beeinflussen sollte. Macht nichts, die Zufahrt zur ersten Kurve ist derart eng, dass ich mich spätestens an dieser Stelle wieder auf meinem Platz einsortieren können sollte. Die Bestätigung hierfür folgt sowohl bei dem Start in die Einführungsrunde als auch in das Rennen.
START INS RENNEN! Wie erwartet wurde die erste Kurve mit reichlich Körperkontakt gefahren aber alle kommen durch. Auch in der ersten Schikane wurde es noch einmal reichlich eng. Dennoch gab es keine Ausfälle. Man konnte jedoch gut erkennen mit welch harten Bandagen in den ersten Reihen gekämpft wird. Was für ein Schauspiel. In Kurve zwei -die Fahrerlagerkurve- ist immer noch reichlich Verkehr, aber das Fahrerfeld beginnt sich nun bereits merklich auseinander zu ziehen. Ich kann mich in ‚meiner‘ Gruppe relativ schnell behaupten und führe diese nahezu bis zum Ende des Rennens an. In der vorletzen Runde bekomme ich jedoch arge Probleme mit der Schaltbarkeit meines Getriebes. Ein Problem mit dem ich per dato noch nicht zu kämpfen hatte. ‚Kumpelschwein‘ Thomas Diehl (#11) nutzt mein Handicap schamlos aus und beraubt mich in dieser Runde meines 13. Platzes. Nun gut, wir haben ja noch ein zweites Rennen. Das sinnt nach fürchterlicher Rache .
Im Verlauf des Rennens war Gaststarter ‚Bundy‘ durch einen zu Überrundenden auf die Bretter bzw. den Asphalt geschickt worden. Leider blieb die von ihm bewegte Triple bis zum Ende des Rennens in der Schikane liegen was in dieser Position für alle Beteiligten nicht ganz ungefährlich war. Es war genau die Stelle, die ich noch im zweiten Zeittraining mehrfach als ‚Durchfahrt‘ nutzen musste. Es sollte jedoch kein weiterer Fahrer durch diesen Umstand zu Schaden kommen, was eine Diskussion über ‚Abbruch oder Fortsetzung‘ im Nachhinein überflüssig machen sollte. Die permanente gelbe Fahne verhinderte jedoch sicherlich den ein oder anderen spannenden Zweikampf.
DAS ZEHNTE UND LETZTE RENNEN Es ist soweit in ca. 23 Minuten ist der T-Cup 2009 Geschichte.
Mein Start verläuft gewohnt schlecht. Der ‚Rainman‘ und ein weiterer aus der Startreihe hinter uns fliegen vorbei. Die Kurve nach dem Start will mir diesmal keine Lücke bieten und es gelingt mir erst vor der zweiten Schikane wieder einige Plätze gut zu machen.
In der zweiten Runde kann ich mich an John Riedemann (#4) und Stefan Wusowski (#65) heran saugen, die sich im Zweikampf immer wieder gegenseitig behindern. Mein Glück! Zwei weitere Runden im Windschatten der Beiden und ich versuche meinen ersten Angriff, den ich jedoch ob eines Hockenheim-Déjà-vu wieder abbreche. Ich spüre nahezu die Erleichterung meiner Leute, die dieses Spektakel unmittelbar in der Fahrerlagerkurve beobachten können.
Nächste Runde, nächstes Glück, dieselbe Stelle.
Als John und Stefan sich bereits auf die Kurve vorbereiten lasse ich das Gas noch für einen Moment stehen und presse mich zwischen die Beiden bevor sie einlenken können. Stefan ist links außen und wird durch mein Manöver auf eine weite Linie gedrängt, John ist innen und lässt sich in dieser Kurve nicht knacken. Ich versuche ihn am Kurvenausgang noch innen zu überholen, was mir jedoch nicht gelingen will. Ganz im Gegenteil. John macht einige Meter gut, die ich erst an der ‚Elch-Schikane‘ wieder zufahren kann. Ich halte mir John in Schlagdistanz und warte ab. In der nächsten Kurve macht John wieder Meter, in den Schikanen eins und zwei bin ich wieder an seinem Hinterrad. Für ein Überholmanöver ist es mir jedoch viel zu eng. In der Fahrerlagerkurve bleibt John ein weiteres Mal auf der engen Linie. Keine Chance für mich. ‚Elch-Schikane‘, Kurve im Windschatten von John und jetzt kommt meine Gelegenheit. Noch vor der nächsten Schikane komme ich mit reichlich Abstand an John vorbei. Es gelingt mir Meter zu machen und mich sogar ein Stück weit von den Beiden abzusetzen.
Ein paar Runden später: Einfahrt Fahrerlagerkurve, bremsen, runter schalten, Kupplung kommen lassen...aber was ist das denn? Kein Kraftschluss! Ich kicke wie ein Besessener auf den Schalthebel ein und finde einen Gang. Den Ersten! Mein Hinterrad stempelt und wedelt wie irre aber ich schaffe es die Kurve zu nehmen. Dennoch Gelegenheit für John und Stefan wieder an mich ran zu kommen. So etwas kostet Zeit. Beschleunigung aus der Kurve. Kick - dritter Gang, kick – wieder der dritte Gang, der Begrenzer sorgt für Zündaussetzer, ein weiterer Kick und noch immer der dritte Gang. Shit, was passiert hier. Ich spüre den heißen Atem meiner Verfolger. ‚Elch-Schikane‘, bremsen, Haken, Vollgas und wieder geht es nur bis zum dritten Gang. Bis zur Kurve kann ich meine Position noch retten und dann werde ich vollstreckt.
Erst fahren John und Stefan an mir vorbei dann folgt noch ein weiterer Fahrer (ich glaube das war wieder der Diehl!). Ich kämpfe mit der Schaltbarkeit meines Getriebes, komme aber trotz Einsatz der Kupplung nur höchst selten mal in den vierten, geschweige denn noch höheren Gang.
Was soll ich machen? Aufgeben wegen technischen Defekts? Nee, das ist nicht akzeptabel. Also weiterfahren und darauf hoffen nicht bis auf den letzten Platz durchgereicht zu werden.
Endlich das ersehnte Zeichen zur letzten Runde. Ich mache mich so breit auf der Strecke wie ich eben nur kann, aber es scheint niemand in der Nähe zu sein, der mich überholen will. Bin ich schon das Schlusslicht? Sch..., ich bin sauer. So ein tolles Rennen und dann das.
In der Auslaufrunde teste ich noch einmal alle Gänge und siehe da es geht wieder. Das Getriebe ist also nicht defekt. Die Rennbelastung scheint aber zu viel zu sein. Ich tippe auf den Schaltstern und beschließe bereits jetzt das sobald wie möglich zu prüfen.
Im Fahrerlager angekommen begrüßt mich Tom mit düsterer Miene um mir dann sogleich mit einem breiten Lächeln zu verkünden, dass ich es ein weiteres Mal auf den 14. Platz geschafft habe. Das wären dann zwei Pokale für heute. Meine Probleme konnte er vom Streckenrand (wie auch bereits beim ersten Rennen) beobachten. Ich hatte es zwischenzeitlich auf den 11. Platz geschafft und man hatte das schon gefeiert. Die Enttäuschung war groß, dass dies dann doch nicht mein Ergebnis werden sollte. Eine Achterbahn der Gefühle... that’s race
DAS SHOWEVENT des Rennens ist der Sturz von Mo Hoffmann (#69) und anschließende Aufholjagt. Dieser ‚Irre‘ stürzt und lässt sich von seiner Karre über den Asphalt ziehen. Kommt zum Stillstand und springt wieder auf den Bock um nach anfänglichen Startproblemen die Verfolgung aufzunehmen. Der kleine Finger seiner rechten Hand und seine Hüfte werden ‚gehäutet‘, eine Fußraste fehlt und dennoch erkämpft sich Mo die Position auf der er gestürzt ist. Zieleinfahrt auf dem sechsten Platz und der Pokal für die ‚Best Show‘ sind ihm somit sicher. Für den heutigen Abend zur Siegerehrung habe ich mir vorgenommen noch einmal Autogramme sämtlicher Fahrer des Abschlussrennes einzufordern. Was eignet sich hierfür besser als das in der Bucht erstandenen Tankcover, dass ich für die heutigen beiden Rennen montiert hatte um einen Sturzschaden zu verdecken?
Mit einem schwarzen Edding verziere ich das Cover als Erstes mit der Aufschrift STREET TRIPLE CUP 2009 um mir dann Fahrer für Fahrer die begehrten Autogramme zu erbitten. Die Idee kommt gut an und ich bin nahezu komplett. Lediglich Gaststarter ‚Bundy‘ fehlt mir in der Sammlung, der sich nach seinem Sturz in seinen Wohnwagen zurückgezogen hatte.
Die letzte Ehrung der Sieger hatte dann neben der Freude aller Beteiligten doch auch etwas Wehmütiges. So schnell geht eine Saison vorbei. Neue Freundschaften wurden geschlossen, Gegner haben sich geehrt. Ein Zwischending aus Macho-Gehabe und Tränen. Schön, dass das so einen Abschluss gefunden hat...
Meine Pokale für den jeweils 14. Platz habe ich unmittelbar nach der Siegerehrung als Dankeschön an meine Perle und an Tom weitergeben. Ich glaube beide haben sich riesig darüber gefreut.
Mein Resümee der Saison? Nun, eventuell schreibe ich hierzu noch einmal etwas. Soviel vorweg: Ich bereue nichts und bin dankbar für alles was ich erlebt und gelernt habe. Wir sehen uns (hoffentlich!) im nächsten Jahr!
P.S. Nein, das Tankcover ist nicht verkäuflich 
>>> immer auf der Suche nach 'ner guten Zeit...
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